Claudia Virginia Vitari – Unsichtbares sichtbar machen

„Kunst ist für mich ein Medium, Unsichtbares sichtbar zu machen“, äußert die italienische Künstlerin Claudia Virginia Vitari über ihre Arbeit.

Als ich ihren Atelierraum in der Wilhelminenhofstraße während der „TransformArt“ betrete, weiche ich anfangs zurück. Das, was ich sehe, irritiert und zieht mich gleichermaßen an. In der Tür stehend betrachte ich die Installation aus Glaskugeln und Siebdruck. Beim genaueren Betrachten erkenne ich Gesichter oder Köpfe und auch Schrift. Lange schleiche ich um sie herum und spüre eine faszinierende Wirkung. Menschen, deren Gedanken oder Träume hier dargestellt sind? Gedachtes, Gewünschtes oder Befürchtetes und Geträumtes in der bildenden Kunst darzustellen, kenne ich bisher nur über die Darstellung von Außenräumen in Bezug zur dargestellten Figur oder über deren Mimik oder Gestik.

Ich beuge mich zu einer dieser Kugeln und habe das Gefühl, in Kontakt mit ihr zu stehen. Das, was ich sehe, sind ein Mensch und Worte. Das könnte ich sein oder jede/r andere, denke ich. Erst später erfahre ich, dass genau dies das Anliegen der Künstlerin ist – den Menschen in erster Linie als Menschen zu sehen.

Die Menschen, die hier dargestellt werden, sind Geflüchtete. Es waren die ersten, die hier in Berlin Aufsehen erregten. Sie richteten sich am Oranienplatz ein. Die Künstlerin lebte mit ihnen dort. Die Texte sind deren Briefe. Ihr großes Interesse gilt den am Rande der Gesellschaft Stehenden und deren Verhältnis zu institutionellen Entscheidungen. Es ist bekannt, wie mit diesen Menschen vor 3 Jahren verfahren wurde – heute übrigens nicht anders, nur dass es sich um Tausende handelt, deren Schicksal von einer Institution namens BAMF abhängt.

Mitgenommen ins Leben

Ich bin froh, dieses Atelier betreten zu haben! Und ich bin mir sicher, dies war nicht mein letzter Besuch.

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