Die Angerville-Skizzen aus dem Skizzenbuch 2024 zeigen eine besondere Art des Reisens: aufmerksam, reduziert und ganz im Moment verankert. Entstanden sind sie nicht als fertige Werke, sondern als unmittelbare Beobachtungen vor Ort – schnell erfasst und doch mit sicherem Blick für das Wesentliche.
Die Zeichnungen verzichten bewusst auf Details und Perfektion. Linien bleiben offen, Formen angedeutet, Perspektiven teilweise vereinfacht. Gerade diese Reduktion macht ihren Reiz aus. Sie lenkt den Blick auf Strukturen, Proportionen und Stimmungen, statt auf dekorative Genauigkeit.
Im Mittelpunkt steht das Sehen. Während Fotografien oft nur festhalten, was ohnehin sichtbar ist, zeigen diese Skizzen den Prozess der Wahrnehmung. Jede Zeichnung ist das Ergebnis eines kurzen Innehaltens – eines Moments, in dem der Ort bewusst erfasst wurde.
Angerville erscheint dabei ruhig und unspektakulär, fast beiläufig. Doch genau darin liegt die Qualität der Arbeiten: Sie entdecken das Besondere im Unscheinbaren. Häuser, Straßen und Landschaften werden zu Trägern einer stillen Atmosphäre.
So wird das Skizzenbuch 2024 zu einem visuellen Tagebuch. Es dokumentiert nicht nur Orte, sondern auch die Art, wie sie gesehen wurden – konzentriert, reduziert und persönlich.
EH., 2024
