Kinder bauen Drahtesel

Monib und Mojib, die Fahrradmonteure

Heute bauen wir Kinderfahrräder für Monib (10 Jahre alt) und Mojib (6 Jahre) gemeinsam mit Darrin, einem Fahrradmonteur der „Flicken – Fahrradwerkstatt“, zusammen. Um 13 Uhr sind wir verabredet. Gholam, der Papa, kommt mit beiden Jungs. Sie bringen ein defektes Kinderrad mit nicht wie erwartet, sein Herrenrad. Er muss noch einmal los, es holen. Ich warte, bis Darrin mich bemerkt. Er hat uns nicht vergessen! 🙂 Nach kurzer Vorstellung geht es los.

Das Fahrrad für Mojib kommt auf den Spannbock. Es gibt viel zu tun: Baudenzug der Bremsen wechseln, Bremse einstellen, eine Acht aus dem Vorderrad holen, Sattelstange montieren, Sattel auswechseln, Trttlager befestigen, Kette spannen und ölen und die Schutzbleche befestigen. Beide Jungs helfen, sind interessiert, schrauben. Sie lernen dabei die wichtigsten Vokabeln auf Deutsch für die Teile des Fahrrades und des Werkzeuges: Rahmen, Vorder- und Hinterrad, Speichen, Bremse, Tretlager, Speichenspanner, Zange, Schraubenschlüssel, Inbusschlüssel usw. Das erste Rad ist fertig. Mojib fährt es durch die Anlage. Er ist sicher. Noch ein Sicherheitscheck. Das Lenkrad ist noch nicht ausreichend fest, der Sattel zu tief, aber alles kein Problem.

Anschließend sucht sich Monib ein Kindersportfahrrad auf dem Sammelplatz aus. Der Zustand des Drahtesels ist gut: kein Rost und es fehlen wenige Teile. Darrin erklärt Monib, worauf es ankommt. Monib ist sehr aufmerksam und passt auf, dass alles richtig gemacht wird. An seinem Rad werden die Baudenzüge für die Bremsen und die Schaltung erneuert. Das Fahrrad bekommt eine Sattelstütze und einen bequemen Sattel. Auch wird der Hinterreifen geflickt. Monib bekommt ein kleine Anleitung zum Flicken. Alles braucht seine Zeit.

Inzwischen ist Gholam mit seinem Rad zurück. Wir bauen sein Hinterrad aus, um den Schlauch zu flicken. In der vor uns stehenden Wasserschüssel suchen wir das Loch. Leider entweicht keine Luft. Der Schlauch ist ganz. Darrin prüft diesen selbst, aber auch er findet kein Loch. Gholam gibt an, dass aber nach drei Tagen die Luft aus dem Schlauch ist. Wir suchen weiter und finden das Problem. Der Schlauch zwischen Pumpe und Ventil ist kaputt. Beim Aufpumpen entweicht dort die Luft. Gholam baut das Hinterrad wieder zusammen und setzt es ein. Danach befestigt er den Kettenschutz.

Zwischenzeitlich regnet es. Wir stellen alles unter ein Zelt und können somit weitermachen. Nach 5 Stunden besitzen Gholam, Monib und Mojib ein eigenes Fahrrades. Alle freuen sich, als die Drei nach Hause fahren.

Darrin, er hat ein Herz für Kinder

Was für ein tolles Angebot für Geflüchtete. Sie können kostenlos ihr eigenes Fahrrad montieren. Dieses Projekt wird vom Senat gefördert. Hier absolviert Darrin ein freiwilliges soziales Jahr. Er hofft, damit einen festen Job zu bekommen. Ich wünsche ihm viel Glück!

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